Gesellschaft der Zukunft – Wie könnte sie aussehen?

Auf meiner Facebookseite und auf Twitter zettle ich mit meinen Kommentaren immer wieder Diskussionen an, die einerseits die Kapitalismus- und Marktwirtschaftsfans in Rage bringt und andererseits aber auch die Kommunisten nicht glücklich macht, weil ich weder der einen noch der anderen Seite einfach so zustimmen möchte. Dann kommen nach einer Weile immer die Fragen „Ja was soll es denn dann werden?“ und ich versuche mich in Erklärungen, die selten wirklich überzeugen, da man in Kommentaren eben schlecht komplexe Situationen sinnvoll erklären kann.

Daher versuche ich es mit einem etwas umfangreicheren Blogpost.

Wo stehen wir aktuell?

Nominell haben wir eine soziale Marktwirtschaft in Deutschland. Darüber wie groß man das Wort „sozial“ noch schreiben kann, darf gern diskutiert werden – es spielt für meine Betrachtungen aber nur eine sehr untergeordnete Rolle, da ich die Unterschiede zwischen Marktwirtschaft und sozialer Marktwirtschaft als nicht relevant genug betrachte.

Marktwirtschaft, ob mit oder ohne sozial, ist im Grunde nichts anderes als Kapitalismus mit ein paar Regeln. Das Handelsblatt hat einen recht hübschen Artikel zu dem Thema, wobei der letzte Absatz eher Sozialromantik als Realität darstellt. Wer in der Marktwirtschaft erstmal „unten“ angekommen ist, wird meistens nicht wieder auf die Beine kommen.
Kapitalismus ist Wettbewerb in Reinform: Alles ist erlaubt und der stärkere gewinnt.
Marktwirtschaft reguliert das Ganze ein wenig, versucht Monopole und ganz extreme Ausbeutung einzudämmen. Dabei befindet sich die Marktwirtschaft immer im Widerspruch der Systeme, da es einerseits den Anspruch erhebt den Wettbewerb zu fördern und andererseits genau diesen aber regulieren muss.
Am Ende ist die Marktwirtschaft ein fauler Kompromiss, der weder die Turbokapitalisten noch die Sozialisten glücklich macht.

Je nach Großwetterlage werden in der Marktwirtschaft Sozialprogramme neu aufgelegt oder abgeholzt. Dabei entscheidet allerdings in den meisten Fällen die Geldbörse und nicht Verstand oder Notwendigkeit.

Warum ist das so?

Das grundlegende Problem und der Hauptgrund, warum Marktwirtschaft und Kapitalismus am Ende in die gleiche Falle tappen, liegt im Geldsystem.

Geld ist eigentlich eine tolle Sache. Es ermöglicht uns den einfachen Austausch von Waren. Ein Bäcker, der ein paar Schuhe braucht, muss sich keinen Schuster suchen, der Brötchen braucht und ihm dafür ein paar Schuhe herstellen will, sondern er verkauft seine Brötchen an jemanden, der Hunger hat und geht mit dem Geld zum Schuster, um sich dort die Schuhe einfach zu kaufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schuster Hunger hat, also Brötchen haben will oder eher einen Dachdecker braucht, um das Dach neu zu decken – er kann einfach das Geld nehmen und ausgeben, was auch immer er gerade benötigt.

Toll!

Allerdings basiert unser Geldsystem auf Schulden und Zinsen. Fast das gesamte Geld in unserer Gesellschaft stammt aus Schulden. Nur ein winzig kleiner Teil ist Geld in dem Sinne, wie sich die meisten Menschen Geld vorstellen: Scheine und Münzen.

99% unseres Geldes existiert nur in elektronischer Form, als Zahl in einem Computer. Dieses Geld wird von Banken geschaffen. Banken können Geld aus dem Nichts erschaffen. Das klingt für die meisten Menschen unvorstellbar, ist aber so. Banken brauchen einen Eigenkapitalquote von rund 9%. Sind wir großzügig und rechnen mit 10%.
Wenn du 10.000€ Kredit von der Bank haben möchtest, braucht die Bank nur 1.000€ an Kapital zu besitzen und kann dir 10.000€ Kredit geben. Wie sie das macht? Ganz einfach: Sie schreibt auf deinem Konto einfach 10.000€ gut. Fertig! Die Bank hat das Geld nicht, braucht sie auch nicht. Sie hat es einfach erschaffen. Dafür will sie von dir aber 10% Zinsen haben. Du schuldest der Bank also jetzt 11.000€, fällig in einem Jahr.
Mit den 10.000€ auf deinem Konto kannst du jetzt einkaufen gehen, andere Schulden bezahlen oder investieren. Was auch immer du tust, die Bank will am Ende des Jahres 11.000€ von dir sehen. Wenn du nach einem Jahr 11.000€ bezahlst, ist alles super. Die Bank streicht die 10.000€ aus deinen Schulden und hat 1.000€ verdient. Tolle Sache. 1.000€ aus dem Nichts!
Aber es geht noch besser. Wenn du nach einem Jahr die 11.000€ nicht zurückzahlen kannst, bietet dir die Bank vielleicht einen Deal an: Sie leiht dir die 11.000€ für ein Jahr für ebenfalls 10% Zinsen. Du schuldest der Bank jetzt also 12.100€. Wenn du nach einem weiteren Jahr die 12.100€ hast, ist alles super. Die Bank streicht die 12.100€ aus deinen Schulden und hat jetzt 2.100€ verdient.
Was aber, wenn du die 12.100€ nicht hast? Dann kannst du das Spiel noch ein paar Jahre weiter treiben, bis es der Bank irgendwann nicht mehr geheuer ist. Wenn das etliche Leute so machen, hast du eine Bankenkrise …

Prinzip verstanden?

Aber jetzt wird’s erst spannend! Wo kommen die zusätzlichen 1.000€ eigentlich her, die du der Bank nach einem Jahr schuldest?
Na klar, aus Schulden! Wenn du die 10.000€ gut investiert hast und gute Geschäfte gemacht hast, kannst du mit deinen Waren über das Jahr vielleicht die 11.000€, die du der Bank schuldest, einnehmen und damit deinen Kredit bezahlen. Aber die 11.000€ müssen ja irgendwo herkommen. Und die kommen aus anderen Krediten. Allerdings fallen für diese Kredite auch wieder Zinsen an …

Siehst du das Problem?

Nehmen wir ein anderes Beispiel, damit es noch deutlicher wird:
Ein Dorf aus 10 Familien hat bisher mit Tauschhandel gearbeitet, also ohne Geld. Das war mühsam aber hat funktioniert. Alle sind irgendwie über die Runden gekommen aber niemand ist reich geworden. Wenn jemand krank geworden ist, haben die Nachbarn auf dem Feld ausgeholfen und andersrum. Eine Hand wäscht die andere.
Eines Tages kommt ein Bankier in das Dorf, schaut sich die Situation an uns sagt den Bauern: „Findet ihr das nicht ziemlich mühsam, alles immer direkt zu tauschen? Ich habe eine bessere Idee für euch.“ Erholt einen großen Zettel aus der Tasche und fährt fort: „Ich gebe jedem von euch 1.000€. Mit diesen 1.000€ könnt ihr machen was ihr wollt. Damit wird der Handel in eurem Dorf viel einfacher. Das wird super! Ach so, am Ende des Jahres bekomme ich 1.100€ von jedem euch zurück.“
Die Bauern sind begeistert von der Idee und freuen sich auf ein tolles Jahr. Sie wirtschaften vor sich hin, kaufen und verkaufen einander Dinge und sind happy über den einfachen Ablauf.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Der Bänker kauft über das Jahr für 1.000€ in dem Dorf ein und somit sind 11.000€ in dem Dorf vorhanden. Wenn alle gleich gut wirtschaften, können am Ende alle ihre 1.100€ zurückzahlen.
  2. Der Bänker kauft nicht oder für weniger als 1.000€ in dem Dorf ein. Dann ist das Geld knapp und wenigstens einer der Bauern kann am Ende des Jahres seine 1.100€ nicht bezahlen.

Im ersten Fall haben die 10 Bauern einfacher tauschen können, dafür aber härter arbeiten müssen. Sie mussten ja 10% mehr schaffen, um den Bänker mit durchzufüttern.

Wenn aber der 2. Fall eintritt, gibt es wieder 2 Möglichkeiten:

  1. Der Bauer, der nicht genug Geld hat, um seine Schulden zu bezahlen, verkauft irgendwas an den Bänker, um seine Schulden zu begleichen, z.B. etwas Land.
  2. Der Bauer leiht sich das fehlende Geld vom Bänker, zuzüglich Zinsen selbstverständlich.

Egal wie man das Spiel spielt. Der Bänker gewinnt immer. Früher oder später gehört ihm das ganze Dorf und die Bauern arbeiten nur noch, um ihre Schulden abzuzahlen oder die Pacht für das Land zu bezahlen, das früher mal ihres war, jetzt aber dem Bänker gehört.

Was will ich nicht?

Ich bin kein Kommunist.
Ich halte nichts von Gleichmacherei, von Unterdrückung und finde Freiheit echt super. Staaten wie Venezuela, Kuba und Nordkorea sind keine Musterbeispiele für mich. Fidel Castro, Che Guevara und Mao bekommen von mir keine Loblieder gesungen. Ich halte von ihnen genauso wenig wie von Reagan, Thatcher und Schröder.

Wo will ich hin?

Gerechtigkeit

Ich will eine gerechte Gesellschaft.
Eine gerechte Gesellschaft gibt allen Mitgliedern die gleichen Möglichkeiten, die gleichen Chancen.

An alle die, die jetzt sofort „Kommunismus!“ schreien: Ich rede von gleichen Chancen und Möglichkeiten, nicht von Gleichmacherei. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

Grundannahmen

Ich gehe davon aus, dass wir technologisch (längst) so weit sind, dass wir sämtliche Grundbedürfnisse mit einem Minimum an Arbeit decken können. Für ein einigermaßen bequemes Leben (ohne Luxus) bräuchten die Menschen in unseren Breiten eigentlich kaum noch zu arbeiten.

Die Landwirtschaft ist hocheffizient:
Wir produzieren so viel Milch, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir mit der weissen Flut noch anstellen sollen.
Wir exportieren unsinnigerweise in etwa die gleiche Menge Kartoffeln nach Großbritannien wie wir von dort wieder importieren.
Bauern wurden sogar jahrlang für die Stilllegung von Ackerflächen bezahlt …

Wir ersaufen in Gütern, die keiner wirklich braucht: Geräte werden teilweise mit künstlichen Verfallsdaten produziert, um den Verkauf anzukurbeln. Die Werbung ist nicht mehr dazu da, um die Kunden zu informieren, sondern um den völlig überfluteten Markt zu beeinflussen.

Ich halte eine große Anzahl an Jobs in diesem Lande für eigentlich verzichtbar.

Ein kurzes Gedankenspiel: Welche Jobs könnten praktisch ersatzlos wegfallen, wenn die arbeitende Bevölkerung nur noch 4 Stunden am Tag beschäftigt wäre, ohne dass ein Notstand ausbrechen würde:

  • private Putz- und Haushaltshilfen
  • Hausmeister und Gärtner
  • alle Restaurants, Imbisse und Lieferdienste
  • die meisten Kindergärten, Horte und Kinderkrippen
  • Friseure

Die Liste ist endlos lang, weil wir viele Jobs, die wir heute aus Mangel an Zeit oder aus Erschöpfung durch die stressige Arbeit anderen überlassen müssen (oder wollen), einfach selbst erledigen könnten.

Ziehen wir jetzt noch alle Jobs ab, die reiner Luxus sind (Fitnessstudios, Schmuck- und Kosmetikläden, Beautysalons, etc.), so wird recht schnell klar, dass wir eigentlich einen Großteil der Jobs tatsächlich nicht wirklich brauchen sondern sie uns einfach nur leisten, weil wir in riesigem Überfluss leben.

Ich spreche diesen Jobs nicht die Sinnhaftigkeit ab, ganz und gar nicht! Ich arbeite selbst in einem Job, den ich nicht als überlebensnotwendig für die Menschheit ansehe. Ich will damit nur illustrieren, dass eine gewaltige Anzahl der Jobs in unserer Gesellschaft nur existieren, weil wir über die Befriedigung grundlegenden und erweiterten Bedürfnisse hinaus noch enorme weitere Arbeitskapazitäten haben.

Spätestens wenn wir uns vor Augen führen, dass etliche Jobs nur existieren, weil es bis jetzt noch billiger ist Menschen zu beschäftigen, als für den gleichen Job Roboter oder autonome Systeme einzusetzen (weite Teile von Produktion und Logistik), sollte wirklich jeder verstehen, was ich mit „Ich halte eine große Anzahl an Jobs in diesem Lande sind verzichtbar“ meine.

„Aber ich brauche meine Arbeit um zu überleben!“ werden jetzt etliche denken.
Nein!
Du brauchst das Einkommen aus deiner Arbeit um zu überleben. Und die meisten Menschen brauchen eine für sie als sinnvoll empfundene Beschäftigung.
Aber Arbeit braucht kein Mensch.

Illusion!

Natürlich ist das oben beschriebene Szenario ein völlig hypothetisches.
Es geht mir nur darum zu illustrieren, dass wir in einer Welt voller Überfluss leben. Wir haben alles in mehr als ausreichendem Maße zur Verfügung. Mit „wir“ meine ich damit die Gesellschaft als Ganzes, nicht jedes einzelne Individuum.

Wachstum und Konkurrenz sind nicht natürlich.

Das von Neoliberalen fast als heilig angesehene Wachstum und die viel beschworene Konkurrenz als Motor von Innovation, Fortschritt und Wirtschaftswachstum ist nicht natürlich. Sie ist ein künstliches Konstrukt und oft eher hinderlich als hilfreich.

Das unendliche Wachstum, ein unverzichtbarer Grundbaustein der Marktwirtschaft, ist in meinen Augen eine reine Illusion. Das sieht im übrigen auch der von mir sehr geschätzte Professor Lesch in seinem Video „Die Welt in 100 Jahren“ so.

Ja, unsere Wirtschaft wächst. Aber sie wächst auf Kosten der Substanz. Wir verbrauchen ein Vielfaches der nachhaltig verfügbaren Ressourcen. Sie wächst auf Kosten anderer Menschen, die wir ausnutzen und die für uns zu Hungerlöhnen in Bangladesh, Indien und anderen Staaten der dritten Welt schuften. Wir sind mit dafür verantwortlich, dass es nach wie vor Sklaven gibt.

Und was jetzt?

Wenn wir die oben beschriebene Grundannahme als akzeptiert ansehen, Raubbau an den Ressourcen und unserer Natur sowie Sklaverei nicht akzeptieren wollen, können wir den nächsten Schritt gehen und uns überlegen, wie wir auf dieser Basis eine möglichst gerechte Gesellschaft formen können.

Was ist eine gerechte Gesellschaft?

Unter einer gerechten Gesellschaft verstehe ich ein Miteinander, bei dem niemand um seine Existenz und sein Wohlergehen fürchten muss. Eine gerechte Gesellschaft bietet jedem Mitglied die Möglichkeit einer:

  • gesicherten Ernährung
  • menschenwürdigen Unterkunft
  • Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Wichtig ist dabei, dass dieses Angebot lebenslang existiert, also nicht die Gefahr besteht, diese Sicherungen jemals zu verlieren. Diese Leistungen sind also weder kürzbar noch pfändbar.

Wie soll das gehen?

Wie unter anderem Stefan Mekiffer in seinem Buch „Warum eigentlich genug für alle da ist“ beschreibt, basiert so eine Gesellschaft auf einem System, das man „umlaufgesichertes Geld“ oder auch „Freigeld“ nennt und aus einem Grundeinkommen.
Diese Idee ist ganz und gar nicht neu und umlaufgesichertes Geld hat sogar schon einige Male existiert, recht erfolgreich.
Freigeld basiert auf negativem Zins. D.h. Geld verliert über die Zeit an Wert. Die 100 € im Geldbeutel sind im nächsten Jahr beispielsweise nur noch 90 € wert. Dieses System führt dazu, dass Geld sehr schnell zirkuliert, da es keine Motivation gibt, das Geld zu horten. Das ist auch nicht notwendig, da kein Mensch für die Zukunft sparen muss – für das Auskommen ist durch das Grundeinkommen ja bereits gesorgt.

Aber meine Ersparnisse!

Ja, was ist damit? Du brauchst keine Ersparnisse! Du kannst natürlich weiter Geld sammeln, wenn du das als tolles Hobby empfindest oder aus anderen Gründen eine Motivation dazu verspürst. Aber Ersparnisse sind nicht mehr erstrebenswert in einer solchen Gesellschaft.

Investiere!

Falls du dein Geld nicht ausgeben willst, es aber auch nicht unters Kopfkissen legen möchtest, weil du dich dann darüber ärgerst, dass es immer weniger wird, lege es lieber an!
Investitionen sind ein geringes Risiko. Wenn du verlierst, ist zwar dein Geld weg – aber dein Leben geht weiter. Du spielst nicht mit deiner Existenz oder deiner Rente, wenn eine Investition nicht glückt. Aber du kurbelst die Wirtschaft an. Leute können mit deinem Geld arbeiten und damit tolle Dinge machen. Wenn das gelingt, profitierst auch du.

Die ganze Idee des Freigeldes basiert auf dem Gedanken, dass Geld nur dann sinnvoll ist, wenn es sich bewegt. Kapital, das auf großen Haufen vor sich hingammelt, ist schädlich für die Gesellschaft.

Und wer bezahlt das alles?

Das Freigeld wird vom Staat an die Bürger ausgegeben.
Das benötigte Geld holt sich der Staat aber nicht etwa über Steuern (auch wenn das eine, wenn auch weniger schöne Möglichkeit wäre) sondern über den temporären Verkauf (bzw. die Vermietung) von Nutzungsrechten. D.h. jeder, der Land oder andere Ressourcen (Wasser, Bodenschätze, etc.) nutzen will, zahlt dafür an den Staat eine Gebühr. Diese Gebühr wird auch für Müll oder Verschmutzung fällig, denn das ist im Grunde auch nichts anderes als Ressourcennutzung.

Damit kann der Staat einerseits seine Einnahmen recht genau im voraus kalkulieren (beispielsweise ist die verfügbare Landmenge eines Staates ist ja recht statisch) und andererseits können auch die Firmen sehr vorausschauend agieren, da sämtliche Kosten wohlbekannt sind. Ökologische Produktionen werden ohne zusätzlich notwendige Subventionen oder Strafsteuern ganz von allein begünstigt und eher umweltschädliche Produkte automatisch verteuert.

Jetzt kommt der spannende Teil: Den nicht durch diese Einnahmen gedeckten Teil des Grundeinkommens und sämtliche darüber hinaus notwendigen Kosten (beispielsweise für Infrastruktur wie Straßen, etc.) druckt der Staat einfach.

Inflation!

Nein, eben nicht. Durch den negativen Zins verschwindet das so gedruckte Geld über die Zeit ja wieder. Das Geld wird nicht mehr. Wenn das Geld nicht mehr wird, gibt es auch keine Inflation.

Ziemlich clever, oder?

Ja, aber …!

Was aber?

Ein solches System hätte einen gewaltigen Vorteil gegenüber dem Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft: Es gibt eine automatische und dauerhafte Umverteilung.

Das System verhindert keinen Reichtum. Auch mit einem negativen Zins und einem Grundeinkommen besteht nach wie vor die Möglichkeit stinkend reich zu werden.

Aber der große Vorteil: Geld kann man nicht mehr so einfach horten. Wer einfach nur reich durch reines Geld ist, wird dieses Geld über die Zeit langsam wieder auf die Gesellschaft verteilen. Um auch reich zu bleiben, muss das Geld sinnvoll investiert werden. Investiertes Geld hilft aber der Gesellschaft – es macht alle reich.

Jetzt spielt mal das Beispiel mit den 10 Bauern durch. Ihr könnt der Einfachheit halber das Grundeinkommen weglassen und nur mit 10% negativen Zinsen rechnen.

Ein solches System hat also die Vorteile der Marktwirtschaft (Leistung lohnt sich nach wie vor), verhindert aber die Nachteile.

Durch die leichte Verfügbarkeit von Geld wird auch die Gründung von Unternehmen sehr vereinfacht. Die Abwesenheit von Steuern macht auch den Betrieb von Unternehmen einfacher.

Und jetzt kommt das Beste für die Neoliberalen: Kein Mindestlohn und keine Sozialabgaben!

 

Überzeugt?

(Der Artikel ist noch nicht in allen Teilen zu Ende ausgearbeitet. Ich werde die Seite mit der Zeit noch erweitern und um Details ergänzen. Wenn euch etwas ganz bestimmtes fehlt: Einfach einen Kommentar hinterlassen und ich arbeite die Antwort in meinen Text ein. Wer es ganz genau wissen will: Lest das weiter oben im Text schon verlinkte Buch von Stefan Mekiffer. Ich habe mich da sehr großzügig bedient. Er erklärt sehr viel ausführlicher die Hintergründe und nahezu alle Details.)

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