2 Wochen Texas

Heute ist mein letzter Tag in Texas und morgen geht es wieder gen Heimat.

Das Wichtigste zuerst: Austin ist cool, die Leute (wirklich ohne jede Ausnahme) sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend und ich fühlte mich immer und überall willkommen.

Die ersten 2 Tage habe ich mir eine Harley ausgeliehen und bin über 500 Meilen, das sind ca. 800 km, durch die Gegend gefahren. Ein Heidenspass! Die Landschaft ist beeindruckend, das ländliche Texas genau so, wie ich es mir vorgestellt habe und die Highways endlos lang und super breit. Fahren macht hier, trotz 70 Meilen Höchstgeschwindigkeit (112 km/h) enorm viel Spaß, Benzin ist billig (3,69$ je Gallone, also unter 1€/l) und das Wetter war Klasse (Sonnenschein und ca. 30 Grad im Schatten). Mehr kann man sich wirklich nicht wünschen.

Aber leider gibt es auch Schattenseiten. Gleich am ersten Tag habe ich mehr Not und Elend gesehen, als in Thailand in 10 Tagen. Ehrlich gesagt habe ich in Thailand überhaupt keine Not und Elend gesehen. Die Leute dort sind zwar arm, aber haben alles Nötige. Ganz anders hier in Austin: an jeder Ecke verwahrloste Menschen, offensichtlich durchs Netz gefallen und nun sich selbst überlassen. Zusätzlich auch enorm viele geistig verwirrte Menschen. Und was auch auffällt, mich aber nicht überrascht hat: Fettleibigkeit bis einem wirklich schlecht wird. Und ich meine nicht dick bzw. übergewichtig, ich meine so fett, dass die Körper jegliche Form zu verlieren beginnen oder schon haben und ich mich frage, wie diese Menschen überhaupt noch laufen können (manche können offenbar auch wirklich nicht mehr laufen und fahren in zahllosen Rollstühlen durch die Gegend). Verwundern kann das auch niemanden, immerhin sind hier die Portionen derart riesig und meistens ungesund, dass man ganz zwangsläufig fett werden muss, wenn man sowas regelmäßig zu sich nimmt. In Bayern ist die Küche auch nicht gerade durch Fettarmut bekannt. Aber was hier abgeht, ist eine ganz andere Ebene. In vielen Restaurants und natürlich vor allem in denen der weit verbreiteten Fastfood-Ketten, gibt es als Getränke fast ausnahmslos irgendwelche Zuckerwasser oder deren künstliche Äquivalente. Einfaches Wasser oder auch nur einen Saft sucht man oft vergebens oder ist irgendwo versteckt. Dazu kommt noch, dass die kleinste Serviergröße in aller Regel ein halber Liter ist, darunter bekommt man erst gar nichts und das wird hier allen ernstes als „Small“ bezeichnet. Meistens Rennen die Leute aber mit Literbechern durch die Gegend, kostet ja eh oft das Gleiche.
Über die Essensportionen lässt sich Vergleichbares berichten. Oft gibt es „Small“ gar nicht erst zur Auswahl sondern es geht gleich bei „Regular“ bzw. „Medium“ los, was in meinen Augen einer Riesenportion entspricht, die ich nicht schaffen kann. Über „Large“ oder gar „extra Large“ will ich gar nicht erst reden.

Aber es gibt auch Gutes zu berichten. Offenbar sind zwar viele, aber eben nicht alle Leute dem Fresswahn verfallen. Heute Mittag war ich auf dem „Farmers Market“ und dort gab es durchaus ausgewogene Nahrung in sinnvollen Portionen, sehr angenehm!

Nochmal zurück zum Strassenverkehr. Auch hier haben sich die Erwartungen bestätigt bzw. sind sogar noch extremer als erwartet. Ohne eigenes Auto hat man eigentlich verloren. Nur die Unterschicht bewegt sich im zwar billigen (eine Fahrt 1$, Tageskarte 2$) aber miserabel ausgebauten und reichlich unzuverlässigen Nahverkehr (Bus). Ausgebaute Bürgersteige gibt es durchgängig nur in der Innenstadt.

Insgesamt fand ich die 2 Wochen sehr interessant, wirklich ein sehenswertes Land!

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