Warum Dubbing Mist ist.

Kein Film, keine Serie – praktisch nichts läuft irgendwo im deutschen Fernsehen im Originalton. Selbst in den Kinos sind Originalversionen die äußerste Ausnahme.

Warum?

Kommerzielle Interessen, Gewohnheit – ich habe keine Ahnung.

Allerdings weiss ich, warum Dubbing Scheiße ist!

1. Alles klingt generisch!
Jeder Schauspieler, jede Schauspielerin, jedes Kind klingt wie schon 1000 Mal gehört. Das liegt daran, dass trotz der hochprofessionellen Arbeitsweise ein Synchronsprecher immer gleich X verschiedene Charaktere spricht. Und damit klingen diese, egal wie fähig der Sprecher ist, immer alle mehr oder weniger gleich. Den meisten Deutschen fällt das ein Leben lang nicht auf. Aber wer schon des öfteren die Originale gesehen hat, dem bluten bei den deutschen Versionen die Ohren. Es ist kaum auszuhalten.

2. Beim Übersetzen geht so viel verloren!
Natürlich versuchen die Übersetzer Gags, Feinheiten und den Ton zu erhalten. Aber sofern das Original von halbwegs guter Qualität ist, kann beim Übersetzen eigentlich nur etwas schlechteres herauskommen. Mimik, Gestik, Statur und Physis – alles das passt in irgendeiner Weise zu einer Stimme. Klar, es gibt immer Situationen, wo die Stimme einer Person überraschend anders klingt, als man erwartet hätte. Aber solche Personen tauchen für gewöhnlich nicht im Fernsehen auf. Dort liegt den Machern sehr viel daran ein stimmiges Bild zu liefern. Umso unverständlicher ist es, dass diese es dann zulassen, dass ihre Werke durch Dubbing verhunzt werden.

3. Es passt einfach nicht!
Egal wie gut der Sprecher ist, die Lippenbewegungen passen nicht zu den Worten, können sie auch nicht. Jeder Film sieht aus wie Roberto Blanco wenn er beim ZDF eines seiner Lieder schmettert – da passt auch die Lippenbewegung nicht zum Playback.
Warum das die Leute nicht stört, ist mir unerklärlich. Mir verleidet es den Genuss eines Filmes derart, dass ich mittlerweile kaum noch Filme im deutschen Fernsehen anschaue.

4. Es dauert ewig!
Schon mal die Starttermine eines x-beliebigen Filmes in Deutschland mit den internationalen Premieren verglichen? Die deutschen Versionen kommen immer Wochen später in die Kinos. Ist ja auch klar – der ganze Dubbing-Zirkus dauert eine Weile. Während die halbe Welt sich schon über „The Turist“ unterhält, hat der Deutsche Kinogänger noch das „demnächst“-Plakat vor der Nase. Ärgerlich!

5. Es verhindert das Lernen von Fremdsprachen!
Warum wohl sprechen so ziemlich alle Nationen um uns herum, außer den Franzosen und Österreichern, ein besseres Englisch als wir? Weil dort bis auf Kleinkinderfilme nichts gedubbt wird sondern im Original mit Untertiteln läuft! Niederländer, Dänen, Schweden, Norweger, Finnen, Luxemburger, Belgier, in Kürze wohl auch die Polen und Tschechen lassen den Durchschnittsdeutschen da ziemlich blass aussehen. So was hilft über die Zeit enorm eine Sprache zu lernen. In Deutschland stammeln sich selbst die meisten Gymnasiasten etwas zusammen, dass einem schlecht wird.

Also was soll der Blödsinn? Weg mit dem Dubbing! Wer kein englisch versteht, liest halt Untertitel und gut ist es. Selbst dann ist es noch immer ein Qualitätsgewinn, weil die akustische Stimmung wieder passt und nicht völlig synthetisch klingt. Langfristig tun wir damit auch unserer Wirtschaft einen Gefallen, wenn mehr als 0,5% der Uni-Absolventen ein international akzeptables Englisch sprechen können und man sich nicht mehr fremdschämen muss, weil der Boss einer Firma, die eine internationale Spielemesse organisiert, bei der Eröffnungsrede ein derart miserables englisch spricht, dass sich einem die Fussnägel hochrollen.

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